Wenn du bereits einen Blog oder eine Webseite mit steigenden Besucherzahlen hast, dann überlegst du vielleicht, ob und wie du damit etwas Geld verdienen kannst. Schließlich steckst du ja viel Zeit in das Projekt und bietest den Leserinnen und Lesern einen wertvollen Mehrwert. Da ist es natürlich naheliegend, dass du irgendwann mit dem Projekt Geld verdienen möchtest.

In diesem Beitrag findest du einige Möglichkeiten, wie du deine Webseite relativ einfach monetarisieren kannst.

Werbenetzwerke (Bannerwerbung)

Die naheliegendste Option um mit einer Webseite Geld zu verdienen ist natürlich Bannerwerbung. Alle kennen sie, wenige mögen sie. Trotzdem ist klassische Werbung nach wie vor eine schnelle und einfache Möglichkeit um mit der Webseite Geld zu verdienen. Vor allem, weil du sie sofort und ohne große Planung umsetzen kannst. Einfach bei einem Werbenetzwerk anmelden, Code in die Webseite einbauen, fertig.

Jedenfalls im Prinzip. In der Praxis ist es heute leider etwas schwieriger, denn es gibt einige Vorgaben zu beachten. So muss Werbung immer als solche gekennzeichnet werden. Da Werbung über Werbenetzwerke immer auch mit Tracking verbunden ist, benötigst du eine Einwilligung der Besucherinnen und Besucher.

Wenn du die Bannerplätze auf deiner Webseite selbst festlegst, solltest du also immer Werbung oder Anzeige über das Banner schreiben. Wie das für Google Adsense automatisch geht, steht im Beitrag [AdSense Anzeigen automatisch als Werbung kennzeichnen].

Für die Einwilligung verwendest du am besten ein Cookie Plugin für dein Blogsystem, das den Code des Werbenetzwerks erst ausführt, wenn die Einwilligung gegeben wurde.

Hast du diese Hürden genommen, steht dem Geldverdienen mit Bannerwerbung auf deiner Webseite jedoch nichts mehr im Wege.

Das wahrscheinlich bekannteste und größte Netzwerk für Bannerwerbung ist wahrscheinlich Google Adsense. Einsteigern würde ich auch empfehlen, mit damit zu beginnen. Adsense ist einfach einzubauen, Cookie-Plugins sind häufig auf Kompatibilität mit Adsense getestet und im Zweifel findest du viele Erfahrungsberichte und Anleitungen im Netz, weil dieses Programm eben so häufig eingesetzt wird.

Ich persönlich gehe jedoch davon aus, dass der Einsatz klassischer Bannerwerbung in Zukunft eher komplizierter wird. Rechtliche Vorgaben, Werbeblocker etc. machen diese Form des Geldverdienens zunehmend aufwändiger und weniger lukrativ. Aufgrund der genannten Vorteile würde ich derzeit trotzdem nicht darauf verzichten.

Bekannte Werbenetzwerke sind beispielsweise:

  • Google Adsense
  • Ezoic
  • media.net

Partnerprogramme / Affiliate Marketing

Eine weitere Möglichkeit um eine Webseite relativ einfach zu monetarisieren ist Affiliate Marketing. Dabei werden Produkte in Onlineshops auf der eigenen Webseite verlinkt. Wenn nun jemand auf diesen Link klickt und darüber ein Produkt kauft, dann bekommst du vom Shopbetreiber dafür eine Provision. Wie hoch diese ist, hängt vom Shop und der Art des Produkts ab.

Bei Alltagsartikeln wie Technik usw. liegt die Provision üblicherweise bei ca. 2-3% des Verkaufspreises. Bei Mode kann die Provision durchaus auch 10% betragen und bei der Vermittlung von Handyverträgen oder Versicherungen auch deutlich mehr.

Die Wahrscheinlichkeit dass jemand über einen Link auf deiner Webseite eine Versicherung oder einen handyvertrag abschließt ist jedoch eher gering. Diese Produkte erfordern einen hohen Beratungsaufwand und die Konkurrenz ist groß. Man sollte daher nicht anhand der Höhe der Provision entscheiden, welche Shops oder Produkte man verlinkt. Das wird nicht funktionieren.

Stattdessen sollte man Produkte verlinken, die zum Thema der eigenen Webseite passen. Am besten sogar, Produkte die exakt zum Inhalt des Blogposts passen. Die beste Chance einen Kauf zu vermitteln hast du dann, wenn du nicht nur Artikel verlinkst, sondern ausführlich darüber berichtest.

Im Gegensatz zu Bannerwerbung verursacht Affiliate Marketing also durchaus Aufwand. Dafür ist es in Sachen Datenschutz deutlich unkomplizierter, insbesondere wenn du nur Textlinks verwendest, die keine Cookies setzen. Wie du herausfindest welche Cookies deine Seite setzt, erfährst du im Beitrag [Herausfinden, welche Cookies deine Seite setzt]. Auch diese solltest du als Affiliatelinks kennzeichnen, eine Einwilligung ist dafür aber nicht nötig.

Bekannte Shops für Affiliatemarketing sind beispielsweise:

  • Amazon Partnerprogramm
  • Ebay Partnerprogramm

Bekannte Netzwerke für Partnerprogramme sind beispielsweise:

  • Awin
  • SuperClix
  • Belboon
  • Adcell

Eigene Produkte verkaufen

Deutlich aufwändiger ist es, eigene Produkte zu verkaufen. Denn das Produkt muss zuerst erstellt werden. Wenn du diese Hürde überwunden hast, dann ist das Verkaufen eigener Produkte in vielerlei Hinsicht die ideale Methode um mit dem eigenen Blog oder Webseite Geld zu verdienen.

  • Ein Großteil der Einnahmen beleibt bei dir
  • Aus Datenschutzsicht unbedenklich (wenn entsprechend umgesetzt)
  • Einmalig hoher Aufwand zum Erstellen des Produkts, dann jedoch oft dauerhafte Einnahmen
  • Möglichkeit sich einen Ruf als Experte/-in aufzubauen

Möglichkeiten für eigene Produkte gibt es viele. Du solltest dir dafür überlegen, was du gut kannst, was du gerne machst und wie du daraus ein Produkt erstellen kannst. Beispielsweise:

  • E-Book (Ratgeber, Reiseführer, Anleitungen, Roman…)
  • Videokurse
  • Coachings
  • Dienstleistungen (Webseiten/Grafiken erstellen, Fotografie…)

Gerade Produkte wie E-Books oder Videokurse lassen sich leicht über Onlineplattformen verkaufen. Hierfür bieten sich beispielsweise folgende Plattformen an.

Ich habe mit Digistore24 gute Erfahrungen gemacht. Das Unternehmen sitzt in Deutschland, was bedeutet, dass man ordentliche Belege für die Buchhaltung bekommt. Außerdem übernimmt der Anbieter alle Aufgaben, vom Hosting des Produkts bis zur Abrechnung. Produkte werden im Namen von Digistore24 verkauft und du bekommst quasi eine Provision. Das hat den Vorteil, dass du dich nicht darum kümmern musst, ob du an ein Unternehmen oder eine Privatperson verkaufst, in welchem Land diese sitzt und welche Umsatzsteuer du ausweisen und abführen musst.

Dies ist bei anderen Anbietern nicht so (was allerdings auch kein Nachteil sein muss). Bei Elopage beispielsweise verkaufst du selbst in deinem Namen. Das bedeutet, du musst dich selbst darum kümmern, dass die Umsatzsteuer korrekt abgeführt wird. Dafür ist das Verkaufen über Elopage deutlich günstiger als über Digistore24.

Plattformen für den verkauf digitaler Produkte:

  • Amazon KDP ( nur E-Books)
  • Tolino (nur Ebooks)
  • Udemy (nur Videokurse)
  • Digistore24
  • Elopage
  • Affilicon
  • Gumroad

Bezahlte Beiträge

Ein etwas heikles Thema sind bezahlte Beiträge aka. sponsored Posts. Hierbei wirst du von einem Unternehmen oder einer Agentur dafür bezahlt einen Beitrag auf deinem Blog zu veröffentlichen.

Dies ist natürlich nichts grundsätzlich verwerfliches, denn eigentlich ist es auch nur Werbung, eben in Textform. Und das ist ein wichtiger Punkt. Sponsored Posts sind Werbung und müssen als solche gekennzeichnet werden. Ansonsten drohen Abmahnungen oder Bußgelder. Dies wird häufig nicht gemacht, da ein bezahlter Artikel (häufig) von außen eben nicht direkt als solcher erkennbar ist. Und genau das wird von den Agenturen oft ausgenutzt.

In der Regel wird von dir erwartet, dass du einen oder mehrere Links auf Produkte oder Websites der Auftraggeber in den Artikel einbaust. Diese sollten im HTML-Code als „nofollow“ oder „sponsored“ gekennzeichnet werden. Dies ist zwar keine rechtliche Vorgabe, aber nötig um nicht gegen die Richtlinien von Google zu verstoßen. Auch hier verlangen unseriöse Anbieter eigentlich immer, dass keine Kennzeichnung erfolgt.

Sobald dein Projekt etwas Fahrt aufgenommen hat, wirst du beinahe täglich Anfragen für sponsored Posts erhalten. 99% davon sind NICHT SERIÖS. Wenn du dein Projekt langfristig planst, solltest du dir sehr gut überlegen, welche bezahlten Artikel du veröffentlichst. Im Zweifel schadest du sonst langfristig deinem Google-Ranking und deiner Reputation.

Wie du siehst, stehe ich dieser Werbeform recht kritisch gegenüber. Das liegt daran, dass Anfragen sehr häufig wie folgt aussehen. Wie du siehst, fragen viele sogar direkt nach nicht gekennzeichneten Artikeln. Selbstverständlich bin ich auf keines dieser Angebote eingegangen. Allerdings entwickelt man mit der Zeit einen Blick für diese Art von Artikeln und findet sie, trauriger Weise doch auf vielen Webseiten.

Aber natürlich gibt es auch die 1% seriösen Anfragen. Sponsored Posts die entsprechend gekennzeichnet sind, können natürlich durchaus einen Mehrwert für deine Leserinnen und Leser darstellen. So kann beispielsweise ein Outdoor-Ausrüster durchaus einen hilfreichen Artikel über Brennstoffe für Kocher schreiben und darin auf seine Produkte hinweisen. An einer solchen Kooperation sehe ich weder als Blogger, noch als Leser etwas verwerfliches.

Wie viel du mit einem Sponsored Post verdienen kannst, hängt von deiner Reichweite und dem Aufwand ab. Wird der Artikel geliefert, oder musst du ihn selbst schreiben? wie lange soll der Artikel online bleiben? Die unseriösen Angebote liegen im Bereich von ca. 50€ für einen nicht gekennzeichneten Artikel, der dauerhaft online bleibt. MACH DAS NICHT. Ein seriöses Angebot liegt auf jeden Fall darüber.

Anstatt auf Anfragen zu warten, kannst du auch Plattformen nutzen um Sponsored Posts auf deinem Blog anzubieten und Kooperationspartner zu suchen. Anlaufstellen hierfü können sein:

  • RankSider
  • Seedingup
  • blogmission.com

VG Wort

Zum Schluss noch eine Möglichkeit, die positiv sehe. Die VG Wort ist eine tolle Möglichkeit um mit Texten aller Art Geld zu verdienen.

Die VG Wort ist eine Verwertungsgesellschaft für Text (Bücher, Artikel in Zeitschriften und Zeitungen, Blogbeiträge…). Textbeiträge können (und werden) mit technischen Geräten einfach kopiert und vervielfältigt werden. Für diese Kopien urheberrechtlich geschützter Werke ist eine Abgabe fällig, die automatisch mit dem Kauf von Kopierern, Computern, USB-Sticks etc. an die VG Wort abgeführt wird. Diese Einnahmen werden dann von der VG Wort einmal jährlich nach einem bestimmten Schlüssel an die Urheber ausgeschüttet.

Um als Blogger daran teilhaben zu können, muss man zuerst Mitglied bei der VG Wort werden. Hierzu muss man einen Vertrag ausfüllen, unterschreiben und per Post an die VG Wort versenden. einige Zeit später erhält man Zugriff auf das Onlinesystem T.O.M.

Dort kann man sich sogenannte Zählmarken abrufen, die in die eigenen Blogbeiträge eingebaut werden müssen. Bei WordPress helfen Plugins wie Prosodia oder Worthy beim Einbau. Von nun an wird jeder Aufruf deiner Blogbeiträge von der VG Wort gezählt. Für alle Beiträge die bestimmte Kriterien erfüllen, kannst du eine Vergütung bekommen. Die Kriterien sind derzeit:

  • Mindestens 1800 Zeichen Länge (Lyrik darf auch kürzer sein).
  • Kein Kopierschutz
  • Mindestens 1500 Aufrufe/Jahr

Alle Artikel die diese Kriterien im vergangenen Jahr erfüllt haben, können am Anfang des Folgejahres online gemeldet werden. Auch hierbei können die genannten Plugins wieder helfen.

Im September bekommt man dann die Vergütung ausgezahlt. Für das Jahr 2019 wurden 35€ pro Artikel ausgeschüttet. Für das Jahr 2020 ganze 40€.

Wenn du also 100 Artikel auf deinem Blog hast, die die genannten Kriterien erfüllen, dann konntest du im Jahr 2020 ganze 4000€ mit der VG Wort verdienen.

Übrigens: Artikel die einmal die Kriterien erfüllt haben und gemeldet wurden, müssen im Folgejahr nicht erneut gemeldet werden. Durch das Zählpixel erkennt das System automatisch ob der Artikel wieder die Mindestaufrufe erreicht. Ist dies der Fall, erhältst du im nächsten Jahr automatisch deine Vergütung.

Zugegeben, das Ganze ist mit etwas Aufwand verbunden. Und es macht wenig Sinn, einen Artikel nur wegen der VG-Wort-Vergütung zu schreiben. Wenn ich jedoch die Zeit, die ich mit dem Machen von Meldungen verbringe mit meiner Vergütung durch die VG Wort ins Verhältnis setze, kommt ein fantastischer Stundenlohn heraus. Ich kann daher jedem Blogger und Bloggerin ans Herz legen, sich einmal damit auseinander zu setzen. Es lohnt sich.

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