Aktualisiert am 22. September 2022

Wer eine Webseite betreibt, möchte gerne wissen, welche Beiträge am beliebtesten sind. Wer einen Shop oder einen kommerziellen Blog betreibt, benötigt eventuell noch weitere Informationen, die zeigen, welche Wege Besucherinnen und Besucher auf der Webseite zu einem Kaufabschluss führen.

Das hierfür wahrscheinlich am häufigsten eingesetzte Tool ist Google Analytics. Auf den ersten Blick ist der Dienst erste Wahl, denn Google Analytics hat nicht nur einen riesigen Funktionsumfang, sondern ist außerdem kostenlos nutzbar.

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Was gegen den Einsatz Google Analytics spricht

Spätestens seit Einführung der DSGVO ist der Einsatz von Google Analytics schwierig geworden. Ob der Dienst aufgrund der Datenübertragung in die USA überhaupt eingesetzt werden darf, ist nach dem Wegfall des Privacy Shields umstritten. Mindestens ist aber eine Einwilligung über die Cookie-Box nötig, was zu ungenauen Daten führt, da natürlich nicht alle in die Datenverarbeitung einwilligen.

Damit wird zumindest die Messung der Webseitenbesucher ungenau. Bei einer ausreichend großen Anzahl an Einwilligungen sind andere Analysen weiterhin aussagekräftig. Beispielsweise, welche Beiträge am erfolgreichsten sind. Doch viele Informationen lassen sich auch datenschutzfreundlicher erfassen.

Leider bleibt derzeit immer eine rechtliche Unsicherheit beim Einsatz von Google Analytics. Wer nicht unbedingt auf die umfangreichen Daten angewiesen ist, die der Dienst bietet, sollte sich fragen, ob nicht auch ein anderer Dienst eingesetzt werden kann. Und wenn Google Analytics der einzige Grund für die Einbindung einer Cookie-Box war, dann kann nach dem Entfernen des Dienstes sogar auf diese nervigen Einwilligungen verzichtet werden.

Denn der immer stärker umstrittene und problematische Einsatz von Google Analytics hat Raum für andere Anbieter geschaffen, die datenschutzfreundliche Alternativen zur Website-Analyse anbieten.

Warum externe Dienste zur Website-Analyse einsetzen?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, um die Besucherzahlen der eigenen Webseite zu tracken.

  • Externe Dienste wie Google Analytics oder Matomo (Cloud)
  • Eigene Dienste wie WordPress-Plugins oder Matomo (selbst gehostet)

Der Vorteil externer Dienste ist vor allem einer: Man muss sich nicht kümmern. Einmal ein Skript auf der eigenen Webseite einbinden und den Rest erledigt der Dienst.

Außerdem können Analysedienste sehr datenbankintensiv sein und hohe Last auf dem Server verursachen. Statistikplugins für WordPress sind deshalb eher für kleinere Seiten geeignet. Insbesondere die Plugins, die ähnlich umfangreiche Analysen wie Google Analytics anbieten. Dies gilt auch für eine selbst gehostete Matomoinstanz. Günstige Webhostingangebote stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Diese Tools sind also eher für Webseiten mit wenigen hundert Aufrufen am Tag.

Für Blogs und Webseiten mit mehreren tausend Aufrufen am Tag sollte man Matomo auf einem eigenen Server hosten, oder einen externen Dienst nutzen. Dann muss man sich um die Performance keine Gedanken machen.

Allerdings: Aus Sicht des Datenschutzes sind die selbst gehosteten Dienste unschlagbar, da keinerlei Daten bei einem Drittanbieter ausgewertet werden.

Nachteile von datenschutzfreundlichen Google Analytics Alternativen

Es gibt zwei Gründe für die Beliebtheit von Google Analytics. Erstens ist es kostenlos und zweitens werden eine riesige Menge an Auswertungen geboten.

In beiden Punkten können die datenschutzfreundlichen Alternativen leider nicht mithalten. Da die Anbieter die gesammelten Daten nicht für sich auswerten und verkaufen dürfen, müssen diese Dienste anders finanziert werden. Und das bedeutet, dass diese kostenpflichtig sind.

Um einen Analysedienst ohne Einwilligung betreiben zu können, können auch keine personenbezogenen Daten gesammelt und keine Profile gebildet werden. Das bedeutet, dass die datenschutzfreundlichen Alternativen sehr viel weniger Auswertungen bieten als Google Analytics. So können einem diese Dienste beispielsweise nicht das Alter der Besucherinnen und Besucher nennen.

In der Regel können die Dienste aber mindestens folgende Daten liefern.

  • Anzahl der unterschiedlichen Besucher.
  • Wie oft werden welche Beiträge aufgerufen.
  • Aufenthaltsdauer und Absprungrate
  • Herkunft (Social Media, Google etc.).
  • Länder
  • Verwendete Browser

Übersicht datenschutzfreundlicher Website-Analysedienste

Mittlerweile haben sich einige Anbieter auf dem Markt positioniert, die datenschutzfreundliche und nach eigenen Angaben DSGVO-Konforme Dienste zur Website-Analyse anbieten.

Matomo Cloud

  • Anbieter: Matomo Cloud
  • Kostenlose Testphase: 21 Tage
  • Kosten: Ab 19EUR/Monat für 50.000 hits
  • Sitz des Anbieters: Neuseeland
  • Datenverarbeitung in EU
Matomo

Matomo (vielen vielleicht noch als Piwik bekannt) ist vor allem als kostenlose Google Analytics Alternative zum selber hosten bekannt. Doch mit Matomo Cloud existiert auch eine kostenpflichtige Variante, die direkt von Matomo betrieben wird.

Was den Funktionsumfang angeht, ist Matomo unter den datenschutzfreundlichen Analysetools ungeschlagen. Wie datenschutzfreundlich Matomo letztendlich wirklich ist, hängt von der eigenen Konfiguration ab. So kann Matomo beispielsweise sowohl mit, als auch ohne Cookies verwendet werden.

Der Dienst sitzt in Neuseeland, das die EU aus Datenschutzsicht als sicheres Drittland eingeordnet hat.

Während die anderen Anbieter die pro Seitenaufruf abrechnen, rechnet Matomo pro „Hit“ ab, wobei ein Seitenaufruf im Durchschnitt etwa 1,1 bis 1,2 hits entsprechen soll.

Trackboxx

  • Anbieter: Trackboxx
  • Kostenlose Testphase: 30 Tage
  • Kosten: Ab 3,90€/Monat (+Ust) für 10.000 Seitenaufrufe
  • Sitz des Anbieters: Deutschland
  • Datenverarbeitung in Deutschland
Trackboxx

Trackboxx ist ein Anbieter mit Sitz in Deutschland, dessen Angebot nach eigenen Angaben 100% DSGVO-Konform ist und ohne Einwilligung betrieben werden kann. Auf der Webseite gibt es eine Live-Demo, sodass man sich den Funktionsumfang anschauen und mit der Bedienung vertraut machen kann, ohne extra einen Account anlegen zu müssen.

Erfreulich ist, dass Trackboxx auch einen relativ kleinen und damit günstigen Tarif anbietet und damit nicht nur für große Seiten interessant ist.

Fathom

  • Anbieter: Fathom
  • Kostenlose Testphase: 7 Tage
  • Kosten: Ab 14 USD/Monat für 100.000 Seitenaufrufe
  • Sitz des Anbieters: Kanada
  • Datenverarbeitung in EU und USA
Fathom

Fathom wird von einem Unternehmen mit Sitz in Kanada betrieben. Mit Einschränkungen hat die EU Kanada ein angemessenes Datenschutzniveau bescheinigt, sodass die Übermittlung von Daten nach Kanada relativ unproblematisch ist. Zusätzlich beitreibt Fathom eigene Server in der EU. Daten von Besuchern aus der EU werden auf diesen Servern verarbeitet. Daten von Besuchern außerhalb der EU werden auf US-Servern verarbeitet.

Auch Fathom bietet eine Live-Demo des Dienstes an, sodass man diesen ohne eigenen Account testen kann.

Simple Analytics

  • Anbieter: Simple Analytics
  • Kostenlose Testphase: 14 Tage
  • Kosten: Ab 19 EUR/Monat für 100.000 Seitenaufrufe
  • Sitz des Anbieters: Niederlande
  • Datenverarbeitung in den Niederlanden
Simple Analytics

Simple Analytics sitzt in den Niederlanden und verarbeitet nach eigenen Angaben Daten ausschließlich auf Servern in den Niederlanden. Da das Unternehmen sowohl seinen Sitz, als auch seine Server in der EU hat, ist der Einsatz aus Sicht des Datenschutzes relativ unproblematisch.

Auch dieser Dienst bietet eine Live-Demo an,

Plausible

  • Anbieter: Plausible
  • Kostenlose Testphase: 30 Tage
  • Kosten: Ab 9 USD/Monat für 10.000 Seitenaufrufe
  • Sitz des Anbieters: Estland
  • Datenverarbeitung in der EU
Plausible

Auch Plausible sitzt in der EU und verarbeitet auch Daten ausschließlich in der EU, sodass man sich keine Gedanken um das Datenschutzniveau machen muss. Wie alle genannten Anbieter bietet auch Plausible eine Live Demo an.

Ähnlich wie bei Matomo ist die Software Open Source. Somit kann Plausible auch auf dem eigenen Server betrieben werden. Neue Funktionen werden jedoch zuerst im Cloud-Angebot ausgerollt, sodass die veröffentlichte Software nicht unbedingt dieselben Funktionen bietet.

Fazit

Alle genannten Anbieter versprechen, DSGVO-konform zu sein. Ob ein Cookie verwendet wird, hängt bei Matomo von den Einstellungen ab. Alle anderen Anbieter verzichten auf Cookies.

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Trackboxx, Simple Analytics und Plausible haben ihren Firmensitz und ihre Server in der EU und sind daher aus Datenschutzsicht gegenüber den anderen Anbietern im Vorteil. Trackboxx hat seinen Sitz in Deutschland und bietet Support in deutscher Sprache an. Außerdem wird ein relativ günstiger Tarif für kleine Seiten angeboten.

Matomo bietet den mit Abstand größten Funktionsumfang, ist jedoch relativ teuer. Wie Datenschutzfreundlich der Dienst wirklich ist, hängt zudem von den Einstellungen ab. Der Dienst ist daher besonders für große Seiten oder E-Commerce-Seiten geeignet.

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