Aktualisiert am 22. September 2022

Eine nebenberufliche Selbstständigkeit entsteht oft aus einem Hobby oder einer anderen Tätigkeit, die man gerne macht und der man ohnehin regelmäßig nachgeht. Einem Hobby geht man allerdings nur dann nach, wenn man Lust dazu hat, entspannt ist und keine anderen wichtigen Dinge anstehen.

Sobald man sein Hobby zum Beruf macht, auch wenn es sich nur um einige Stunden pro Woche handelt, dann ist Kontinuität gefragt. Das bedeutet, dass man auch dann etwas kreieren oder produzieren muss, wenn man gerade keine Lust hat. Denn Regelmäßigkeit ist für Erfolg unerlässlich.

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  • Wer auf YouTube aktiv ist, kennt es wahrscheinlich. Kaum lädt man eine Woche kein Video hoch, wird man vom Algorithmus bestraft und das nächste Video performt garantiert schlechter.
  • Wer in den Instagram Stories gesehen werden will, muss vorne stehen. Und das bedeutet regelmäßig Storys zu posten, mit denen die Leute auch interagieren.
  • Und auch wenn Menschen auf deinem Blog vorbeischauen sollen, musst du dafür sorgen, dass dort regelmäßig neuer Content erscheint.

Und genau dafür braucht es Disziplin. Denn es wird garantiert der Tag kommen, an dem du keine Lust hast, dich um dein Projekt zu kümmern. Für deinen dauerhaften Erfolg und den dauerhaften Erfolg des Projekts ist es jedoch unerlässlich, genau in diesen Situationen trotzdem aktiv zu werden.

Leider haftet dem Wort Disziplin etwas Negatives an. Es klingt nach militärischem Drill, Spießigkeit und Kontrolle. Auf jeden Fall nicht nach Spontanität und Kreativität.

Meiner Meinung nach ist das falsch. Denn auf lange Sicht macht dir die Disziplin das Leben leichter, sorgt für Erfolgserlebnisse und schafft überhaupt erst Raum für Spontanität und Kreativität.

Disziplin kann man lernen

Wie gesagt, ist Disziplin der Schlüssel zum Erfolg. Denn die meisten von uns bekommen diesen nicht geschenkt, sondern müssen ihn sich erarbeiten.

Denn obwohl man sein nebenberufliches Projekt liebt, nach einem nervigen Arbeitstag ist es oft verlockender sich einfach vor den Fernseher zu setzen, als nochmal zwei Stunden am Computer zu arbeiten. Und dafür braucht es bedauerlicherweise Disziplin. Denn der innere Schweinehund muss täglich aufs neue besiegt werden.

Doch das gute ist: Disziplin lässt sich lernen. Und das ist gar nicht so schwer.

„Disziplin heißt zu wählen, zwischen dem, was man jetzt will (z.B. Fernsehen) und dem, was man am meisten will (z.B. ein selbst bestimmtes Leben führen)“

Damit das klappt, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wofür man sich abends noch zwei Stunden quälen soll.

Und dafür muss man eine Vision entwickeln und ein Ziel formulieren. Und damit meine ich ein großes Ziel, das über allem steht.

Warum mache ich das überhaupt? Mache dir ehrlich Gedanken über deine Ziele

Um dich dauerhaft zu motivieren musst du dir darüber klar werden, warum du das alles überhaupt machen willst.

Und damit meine ich, warum du das wirklich willst.

So nicht: Ich will auf YouTube erfolgreich sein und viel Geld verdienen.
Sondern so: Ich möchte professionelle Videos erstellen können, um damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

So nicht: Ich will auch erfolgreiche/r Instagrammer/-in sein und Reisen gesponsert bekommen.
Sondern so: Ich möchte meine Arbeitszeit reduzieren, um zeitlich flexibler zu sein und durch zusätzliche Einnahmen eine Reise finanzieren.

YouTube, Instagram, ein Blog etc. sind dann nur noch ein Mittel zum Zweck.

Nimm dir dafür Zeit. Geh tief in dich und frage dich, was du wirklich willst. Formuliere daraus ein übergeordnetes Ziel, dem sich alle deine Aktivitäten unterordnen.

Wenn es dir schwerfällt dich zu motivieren, denke an dieses Ziel und daran, dass du das Ziel nur erreichst, wenn du dich jetzt nochmal zwei Stunden an den PC setzt, in die Werkstatt gehst etc. Das ist dann Disziplin.

Formuliere Unterziele, die du einfach abarbeiten kannst

Wenn du es geschafft hast dein übergeordnetes Ziel zu formulieren, musst du dieses in kleine Unterziele herunterbrechen, die du nach und nach abarbeiten kannst.

Diese Unterziele können gar nicht klein genug sein. Und du kannst diese auch gerne wöchentlich oder monatlich überprüfen und neu formulieren.

Nicht so: Pro Woche ein Video auf YouTube veröffentlichen.
Sondern so: Montag: Thema für ein Video überlegen, Dienstag: Skript für das Video erstellen, Mittwoch: Video drehen, Donnerstag: Video schneiden, Freitag: Thumbnail und Beschreibung erstellen.

Nicht so: Zwei Blogbeiträge pro Woche veröffentlichen.
Sondern so: 1. Themen brainstormen, 2. Gliederung für den Beitrag erstellen, 3. Texte schreiben, 4. Korrektur lesen, Titelbild erstellen und veröffentlichen.

Das Unterteilen in kleine Schritte nimmt dem großen Ziel den Schrecken. Und es sorgt dafür, dass du auch am Abend mit geringem Zeiteinsatz noch etwas erreichst.

Ich weiß zum Beispiel, dass es mir abends nach der Arbeit unglaublich schwerfällt, einen zusammenhängenden Text wie diesen zu schreiben. Also ist das eine Aufgabe, die ich gerne an einem Sonntagvormittag erledige.

Dafür gibt es viele Aufgaben, bei denen ich mich nicht konzentrieren muss. Beispielsweise schaue ich mir für BitReporter.de regelmäßig Computersoftware und Smartphone-Apps an und schaue, ob die sich für einen interessanten Beitrag eignen. Das ist etwas, was ich problemlos abends machen kann und was mir da sogar Spaß macht.

Das Erreichte ehrlich überprüfen

Je nachdem wie du deine Unterziele formuliert hast, solltest du wöchentlich oder monatlich überprüfen, ob du die Ziele erreicht hast. Dabei gilt es natürlich ehrlich mit sich zu sein und keine Ausreden zu suchen.

Wenn du die Ziele erreicht hast: Glückwunsch. Dann bist du auf dem richtigen Weg. Du kennst dein übergeordnetes Ziel und weißt, warum du das alles machst.

Wenn du deine Ziele nicht erreicht hast, woran lag es?

Was passiert, wenn du an dein übergeordnetes Ziel denkst? Motiviert dich das etwas zu unternehmen? Wenn nicht, ist das Ziel vielleicht falsch formuliert. Oder es ist eben doch nicht so wichtig, dass es sich dafür lohnt den entspannten Fernsehabend zu opfern. Auch das ist OK. Das Hobby darf auch Hobby bleiben.

Eventuell waren die Wochenziele zu ambitioniert für ein nebenberufliches Projekt. Dann zerlege die Ziele weiter in noch kleinere Ziele und probiere es erneut.

Mache dir klar, dass deine neue nebenberufliche Tätigkeit jetzt zu deinem Leben gehört. Du bist nicht Blogger/-in oder Youtuber/-in, wenn du damit erfolgreich bist.

Du bist dann Blogger-/in oder Youtuber/in, wenn du entscheidest, dass du es bist. Und damit hat diese Aktivität auch das Recht, eine gewisse Zeit in deinem Tagesablauf zu beanspruchen.

Und mit jedem erreichten Miniziel stellt sich ein Erfolgserlebnis ein das weiter motiviert. So stellt sich nach und nach eine Routine ein, die dafür sorgt, dass immer weniger Disziplin nötig ist.

Schluss

Diesen langen Text über Disziplin kann ich nicht schreiben, weil ich so ein disziplinierter Mensch bin, sondern ganz im Gegenteil. Ich liebe mein Sofa, ich liebe spazieren gehen und bin der König der Prokrastination.

Aus diesem Grund musste ich ernsthaft an mir arbeiten und mir klar werden, warum ich meine Blogs und andere Projekte überhaupt betreibe, damit ich überhaupt regelmäßig etwas veröffentliche. Ist es nur Hobby, oder soll sich ein gewisser Erfolg einstellen? Wenn ja warum?

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Der oben beschriebene Weg ist meine Methode um mich zum regelmäßigen Arbeiten zu motivieren und großen überwältigenden Aufgaben den Schrecken zu nehmen.

Ach ja. Man kann nicht immer diszipliniert sein. Doch je disziplinierter du heute bist, desto undisziplinierter kannst du morgen sein. Und zwar ohne deine Ziele und Träume zu gefährden und ohne schlechtes Gewissen.

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