Der größte Vorteil von WordPress ist seine Flexibilität. In der Regel werden Plugins verwendet, um das System mit den benötigten Zusatzfunktionen nachzurüsten.

Gerade das Plugin-System macht WordPress zu dem, was es ist. Ein System, mit welchem sich nicht nur einfache Blogs, sondern nahezu jede Art von Website erstellen lässt. Bis hin zum komplexen Onlineshop.

Doch nicht für jede kleine Funktion muss man ein, oft unnötig komplexes, Plugin aus dem Plugin-Verzeichnis installieren. Häufig stößt man auf kleine Codeschnipsel, mit denen man einfache Funktionen nachrüsten oder deaktivieren kann.

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Mit nur einer Zeile Code kann beispielsweise verhindert werden, dass WordPress mit jedem Kommentar eine IP-Adresse verknüpft.

Standardmäßig speichert WordPress zu jedem Kommentar die IP-Adresse der kommentierenden Person. Eine Funktion, die nicht nur unnötig, sondern aus Datenschutz-Sicht auch problematisch ist.

Folgendes Codeschnipsel verhindert, dass WordPress die IP-Adresse zu Kommentaren speichert.

add_filter( 'pre_comment_user_ip', '__return_zero' );

Eigenes Plugin vs. functions.php und Child-Theme

Codeschnipsel dieser Art werden normalerweise in der functions.php untergebracht, die im Theme-Verzeichnis liegt.

Damit diese Änderungen nicht bei jedem Theme-Update überschrieben werden, wird ein sogenanntes Child-Theme angelegt, welches wiederum Funktionen aus dem Haupt-Theme überschreibt und bei einer Aktualisierung nicht geändert wird.

Dies ist relativ viel Aufwand, nur um etwas Code auszuführen. Außerdem sollten Anpassungen, die nicht das Theme betreffen, auch nicht im Theme-Code vorgenommen werden. Aus gutem Grund gibt es in WordPress die Trennung zwischen Themes und Plugins.

Denn bei einer Änderung des Themes würden auch systemweit benötigte Funktionen in der functions.php entfernt werden. Umgekehrt würden Theme-Anpassungen, die über ein Plugin vorgenommen, werden unnötigen Code laden und ausführen, auch wenn das Theme gar nicht mehr verwendet wird.

Sofern keine konkreten Gründe dagegen sprechen, sollte man folgendermaßen vorgehen.

  • Änderungen, die das Theme betreffen (z.B. Anlegen neuer Thumbnail-Größen) in der functions.php des Child-Themes vornehmen.
  • Änderung, die unabhängig vom Theme sind (z.B. das Deaktivieren der IP-Adresse bei Kommentaren) in einem eigenen Plugin unterbringen.

Grundgerüst für eigenes WordPress-Plugin erstellen

Nun wird Schritt für Schritt das Grundgerüst für ein eigenes, benutzerdefiniertes Plugin erstellt. So kannst du in WordPress dein eigenes Plugin erstellen.

Zuerst sollte auf dem eigenen Computer ein Ordner mit dem Namen des Plugins angelegt werden. Der Ordnername darf keine Leerzeichen enthalten, Leerzeichen können durch Bindestriche oder Unterstriche ersetzt werden.

wp-anpassungen oder codeschnipsel

In diesem Ordner wird eine Datei mit demselben Namen und der Dateiendung .php angelegt.

wp-anpassungen.php oder codeschnipsel.php

Achtung: Wenn bei Windows die Anzeige der Dateinamenerweiterungen ausgeblendet ist, kann es sein, dass die Datei wp-anpassungen.php.txt heißt, das .txt aber nicht sichtbar ist. Dann funktioniert das Plugin nicht.

Diese Datei kann nun mit einem Texteditor bearbeitet und mit Inhalt gefüllt werden. Wichtig ist, dass ein reiner Texteditor wie Notepad, Notepad++ oder Brackets verwendet wird und kein Textverarbeitungsprogramm wie Word. Durch Formatierungsoptionen, die Word in der Datei speichert, wird das Plugin unbrauchbar.

In diese Datei wird folgender Inhalt geschrieben. Die einzige Angabe, die erforderlich ist, ist der Pluginname.

<?php
/*
Plugin Name: Eigene WordPress Anpassungen
*/
 
?>
WordPress Backend eigenes Plugin ohne Zusatzinfos

Optional können weitere Angaben in der Datei untergebracht werden, die dann in der Plugin-Seite des WordPress Backends angezeigt werden. Beispielsweise ein Beschreibungstext oder eine Versionsnummer. Die PHP-Datei kann dann folgendermaßen aussehen.

<?php
/*
Plugin Name: Eigene WordPress Anpassungen
Description: Anpassungen, die ansonsten in der functions.php stehen würden.
Version: 1.0
Author: Mein Name
Text Domain:  wp-anpassungen
*/
 
?>
WordPress Backend eigenes Plugin mit Zusatzinfos

Damit hast du bereits ein (funktionsloses) WordPress-Plugin erstellt.

Damit du das Plugin in WordPress nutzen kannst, musst du den erstellten Ordner mit einem FTP-Programm in den Ordner wp-content/plugins/ laden.

Eigenes WordPress-Plugin mit FTP-Programm hochladen

Anschließend erscheint das eigene Plugin auf der Plugin-Seite im WordPress-Backend. Damit es aktiv wird, muss es dort noch aktiviert werden.

Eigenes Plugin in WordPress aktivieren

Eigenes WordPress-Plugin mit Inhalt füllen

Nun kannst du die Codeschnipsel, die vielleicht bisher in der functions.php untergebracht sind, in das neue Plugin verfrachten.

Der Code muss dabei nach dem Ende des Kommentars, der durch das */ markiert ist und dem abschließenden ?> untergebracht werden.

Übrigens: Ein // vor einer Zeile sorgt dafür, dass der Text in dieser Zeile nicht als Code interpretiert und ausgeführt wird. So können mehrere Funktionen getrennt und mit einem erklärenden Kommentar versehen werden.

Das vollständige Plugin, mit dem oben erwähnten Code zum Deaktivieren der IP-Adressen bei Kommentaren sieht also folgendermaßen aus.

<?php
/*
Plugin Name: Eigene WordPress Anpassungen
Description: Anpassungen, die ansonsten in der functions.php stehen würden.
Version: 1.0
Author: Mein Name
Text Domain:  wp-anpassungen
*/

//Keine IP-Adresse bei Kommentaren speichern
add_filter( 'pre_comment_user_ip', '__return_zero' );

?>

Nun muss die geänderte Datei wieder mit dem FTP-Programm hochgeladen und die bereits vorhandene (funktionslose) Datei überschrieben werden.

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Auf diese Weise kann das Plugin in Zukunft erweitert und aktualisiert werde.

Wie man in diesem Screenshot sieht, erfüllt das eigene Plugin seinen Zweck. Bei neuen Kommentaren wird nun keine IP-Adresse mehr gespeichert.

WordPress Kommentar mit und ohne gespeicherter IP-Adresse

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