Spielst du mit dem Gedanken, dich (nebenberuflich) Selbständig zu machen? Prima Idee. Damit die Idee aber auch erfolgreich wird, solltest du einige Fragen klären. Insbesondere die Frage, was du mit deiner Selbständigkeit erreichen willst und wie konkret du dieses Ziel erreichen möchtest.

Natürlich können sich Ziele verändern und können unterwegs angepasst werden. Trotzdem ist das Benennen von Zielen unerlässlich. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man sich zu leicht ablenken lässt und nicht fokussiert arbeitet. Dann verbringt man den Tag vielleicht mit Dingen, die Spaß machen, die einen den eigenen Zielen aber keinen Schritt näher bringen.

Und beim Klären all dieser Fragen ist eines besonders wichtig: Schonungslos ehrlich mit sich selbst sein.

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Was ist dein Ziel?

Sich selbständig machen (auch nebenberuflich) bedeutet zuerst einmal eine Menge zusätzlicher Arbeit. Kläre also zuerst mit dir selbst, warum du dich überhaupt selbständig machen willst, damit diese zusätzliche Arbeit sinnvoll eingesetzt wird.

  • Steht für dich beispielsweise die Zeit im Vordergrund? Möchtest du zeitlich flexibler arbeiten, oder einfach weniger arbeiten? In diesem Fall ist eine nebenberufliche Selbständigkeit eher weniger geeignet. Denn der zeitliche Rahmen wird immer noch vom Hauptjob vorgegeben und schränkt deine Flexibilität ein.
  • Steht für dich das Geld im Vordergrund? Möchtest du deine Einnahmen erhöhen, oder finanziell unabhängiger von deinem Arbeitgeber sein? Dafür bietet sich eine nebenberufliche Selbständigkeit wunderbar an.
  • Oder geht es dir eher um Selbstverwirklichung und Arbeitszeit und Einkommen spielen nicht die Hauptrolle? Auch das kann ein guter Grund sein, sich selbständig zu machen. Aber gerade in diesem Fall solltest du ehrlich mit dir sein, deinen finanziellen Spielraum genau kennen und klar definieren, wie viel (Arbeits-)Zeit du in die Selbständigkeit investieren wirst. Sonst besteht die Gefahr, dass aus der Selbständigkeit eher eine Auszeit wird und nur die Ersparnisse verbrannt werden.

Mehrere Ziele? Dann setze klare Prioritäten!

Wahrscheinlich ist deine Motivation eine Kombination aus den oben genannten oder aus weiteren Gründen. Was völlig OK und auch kein Problem ist.

Allerdings konkurrieren die Ziele oft miteinander. Der finanzielle Erfolg ist oft abhängig von der investierten Zeit. Und auch die Selbstverwirklichung muss sich unter Umständen dem Geld verdienen unterordnen.

Setze also klare Prioritäten, was dein wichtigstes Ziel ist, bzw. was du zuerst erreichen willst.

  • Ist Geld deine Hauptpriorität? Dann stelle dich darauf ein, in naher Zukunft deutlich weniger (Frei-)Zeit zu haben. Bereite ggf. auch dein Umfeld darauf vor. Wenn du viel Zeit und Energie in dein Business steckst, erhöht sich auch die Chance, dass es ein finanzieller Erfolg wird. Es gibt leider nur selten etwas geschenkt.
  • Steht die flexible Zeiteinteilung für dich im Vordergrund? Dann definiere trotzdem im Vorfeld, wie viel Zeit du jeden Tag in dein Business investierst und halte dich auch daran. Diese Arbeitszeit kannst du auch flexibel über den Tag verteilen. Das erfordert zwar Disziplin, allerdings können sich Job und Privatleben auf diesem Weg auch gut in Einklang bringen lassen.
  • Ist beispielsweise die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung deine Top-Priorität? Dann ist eine nebenberufliche Selbständigkeit vielleicht eine gute Option. Der zusätzliche (Teilzeit-)Job sorgt dafür, dass du Miete und Essen bezahlen kannst. Trotzdem hast du die Möglichkeit, dein Hobby zum Beruf zu machen und evtl. später auszubauen.

Langfristig kann es durchaus funktionieren, mehrere Ziele zu erreichen. Wenn dein Business erfolgreich wird und ein regelmäßiges, stabiles Einkommen generiert, kannst du eventuell ohne finanzielle Einbußen die Arbeitszeit reduzieren.

Wer ist deine Zielgruppe? (ganz genau)

Mindestens genauso wichtig wie dein Produkt, ist es, deine Zielgruppe zu kennen. Und zwar ganz genau. Denn nur dann kannst du passende Wege finden, um die Zielgruppe anzusprechen und deine Produkte perfekt auf diese zuschneiden.

Jugendliche wirst du beispielsweise kaum über Facebook-Werbung erreichen. Rentner wiederum nicht über TikTok. Um deine Zeit und dein Geld sinnvoll einzusetzen, musst du also wissen, wen genau du ansprechen willst.

Im Idealfall kennst du deine Zielgruppe, bevor du das Produkt erstellt.

In der Realität ist das natürlich nicht immer der Fall. Insbesondere dann, wenn du planst, dich mit deinem Hobby (nebenberuflich) selbständig zu machen. Da du dein Hobby ja bisher schon ausübst, existiert das Produkt schon. Beispielsweise ein Blog oder YouTube-Kanal, den du zu einem bestimmten Thema betreibst, aber bisher nicht monetarisierst.

Definiere in diesem Fall spätestens mit Beginn deiner Selbständigkeit, wer genau deine Zielgruppe ist.

Beispiel: Ein Thema, was gerade Fahrt aufnimmt, sind sogenannte Balkonkraftwerke. Kleine Solarzellen, die sich auch auf dem Balkon aufstellen lassen. Vielleicht interessiert dich das Thema und du hast bereits hobbymäßig einen Blog oder YouTube-Kanal dazu erstellt.
Definiere nun deine Zielgruppe möglichst genau.

  • Nicht so: Menschen, die sich für Stromerzeugung mit Solarzellen interessieren.
  • Sondern so: Umweltbewusste Menschen zwischen 30 und 60 Jahren mit geregeltem Einkommen, die in Mietwohnungen mit Balkon leben und sich trotzdem unabhängiger von steigenden Strompreisen machen möchten.

Was ist dein Produkt? Wie willst du Geld verdienen?

Wenn du deine Zielgruppe kennst, kannst du anfangen, dein Produkt auf diese Zielgruppe zuzuschneiden.

Überlege dir genau, welche Kenntnisse und Qualifikation du hast und wie du diese monetarisieren kannst.

  • Wenn du Elektriker bist, kannst oben genannte Balkonkraftwerke natürlich direkt verkaufen und anschließen.
  • Du kannst potenziellen Kundinnen und Kunden aber auch Beratungsleistungen verkaufen. Beispielsweise indem du per Videocall individuell zum Thema berätst.
  • Oder du verkaufst deine Informationen in Form eines E-Books, das du über deine Webseite und Plattformen wie Amazon oder Tolino verkaufst.
  • Wenn du eine gewisse Reichweite hast, sind auch Kooperationen mit Herstellern möglich.
  • Oder du veröffentlichst deine Informationen auf einem Blog und verdienst Geld mit Werbung und Affiliatelinks. Das wäre dann eine sogenannte Nischenseite zum Thema Balkonkraftwerk.

Hauptberuflich oder nebenberuflich?

Diese Frage hängt natürlich eng mit den oben formulierten Zielen zusammen. Außerdem natürlich von deinem finanziellen Spielraum und auch deiner privaten Situation. Um deinen finanziellen Spielraum zu vergrößern, kannst du beispielsweise auch hauptberuflich starten und zusätzlich einen 450€ Job annehmen.

Abgesehen davon gibt es eine ganze Reihe an Vor- und Nachteilen einer hauptberuflichen und nebenberuflichen Selbständigkeit, die berücksichtigt werden müssen und über Erfolg und Misserfolg entscheiden können.

Eine umfangreiche Auflistung der Vor- und Nachteile findest du im Beitrag [Nebenberuflich oder hauptberuflich selbständig? Was ist besser?].

Fazit

Erfolg braucht klare Ziele, Zeit und Disziplin. Leider gibt es nur sehr selten im Leben etwas geschenkt. Bis beispielsweise der Google- oder YouTube-Algorithmus deinen Content pushen, musst du zuerst über Monate regelmäßig Inhalte liefern. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Und auch Mund-zu-Mund-Propaganda braucht ihre Zeit.

Start-ups und große Unternehmen versuchen diese Zeit zu verkürzen, indem sie mit großen Marketingbudgets Aufmerksamkeit schaffen. Als Privatperson hat man diese Möglichkeit eher nicht oder nur in deutlich begrenztem Umfang.

Damit die eigene Zeit sinnvoll investiert wird, ist es wichtig, klare Ziele für die eigene Selbständigkeit zu definieren. Dabei gilt es schonungslos ehrlich mit sich zu sein und nicht zu träumen.

Der Schlüssel zum Erreichen dieser Ziele lautet dann Disziplin [Disziplin ist wichtiger als Spaß (doch das ist kein Problem)].

Wenn man von Anfang an klare Ziele definiert und fokussiert an diesen Zielen arbeitet, dann ist man auf einem guten Weg, um die eigene Selbständigkeit zum Erfolg zu führen.

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