Aktualisiert am 30. September 2022

Google Fonts sind an sich eine tolle Sache. Es handelt sich dabei um eine große Sammlung von Schriftarten, die kostenlos genutzt werden können. Beispielsweise um die eigene Webseite ansprechend zu gestalten.

Populäre Tools zum Bauen von Webseiten haben Google Fonts häufig integriert. Auch viele WordPress-Themes, bei denen sich unterschiedliche Schriftarten auswählen lassen, verwenden hierfür in der Regel Google Fonts.

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Warum die Nutzung von Google Fonts problematisch ist

Häufig liest man davon, dass die Nutzung von Google Fonts aus Sicht des Datenschutzes problematisch ist. Dabei ist nicht die Nutzung der Schriftarten das Problem, sondern die Art, wie diese häufig in die Webseite eingebunden werden.

Standardmäßig werden Google Fonts über die Google API (Programmierschnittstelle) eingebunden. Das bedeutet, dass die Schriftarten nicht vom Server, auf dem die Webseite liegt, geladen werden, sondern von Google direkt.

Aus technischer Sicht ist das eine gute Lösung. Damit kann man beim Erstellen der eigenen Webseite aus hunderten Schriftarten wählen, ohne dass diese alle auf dem eigenen Server vorliegen müssen und Platz verbrauchen, obwohl nur ein oder zwei genutzt werden.

Auch aus Performancesicht ist die Nutzung der Google Fonts API vorteilhaft. Denn der Webbrowser speichert die Schriftarten zwischen. Schriftarten, die von vielen Seiten verwendet werden, wie beispielsweise Open Sans, müssen nicht für jede Webseite separat heruntergeladen werden, sondern nur einmal.

Das Problem an dieser Art der Nutzung von Google Fonts API ist, dass zum Laden der Schriftarten die IP-Adresse der Webseitenbesucher an Google übermittelt wird. Dies ist technisch notwendig.

Allerdings gelten IP-Adressen als personenbezogene Daten, weshalb die Übermittlung an einen US-Anbieter ohne Einwilligung als nicht mehr DSGVO-Konform angesehen wird. Es wurden auch bereits Webseitenbetreiber wegen der Einbindung von Google Fonts abgemahnt (Golem: Abmahnungen an Webseitenbetreiber mit Google-Schriftarten).

Für die datenschutzkonforme Nutzung von Google Fonts müssen diese lokal eingebunden werden. Damit werden die Schriftarten nicht mehr von Google geladen, sondern vom selben Server, von dem auch die Webseite kommt. Solltest du Google Fonts trotzdem direkt von den Google-Servern einbinden wollen, muss dies unbedingt in der Datenschutzerklärung [Datenschutzerklärung & Impressum erstellen. Das musst du wissen] angegeben werden. Dies ändert jedoch nichts an den genannten Problemen, es verhindert nur, dass weitere entstehen.

Viele WordPress-Themes unterstützen mittlerweile das lokale Einbinden von Google Fonts. Wenn du planst ein WordPress-Theme zu kaufen, solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass das lokale Einbinden von Google Fonts unterstützt wird.

Kostenlose WordPress-Themes mit denen du Google Fonts lokal einbinden kannst sind beispielsweise Astra und OceanWP. Bei beiden Themes muss die Option jedoch in den Einstellungen aktiviert werden. Standardmäßig werden die Schriftarten über die Google Server eingebunden.

Mit etwas HTML und CSS-Kenntnissen lassen sich Google Fonts auch manuell einbinden.

Alternativ kannst du natürlich auch komplett auf die Nutzung verzichten. Wenn du in deinem WordPress-Theme Standardschriftarten wie Helvetica auswählst, werden in der Regel keine externen Schriftarten nachgeladen.

Prüfen, ob deine Webseite Google Fonts einbindet

Doch nicht immer ist klar, ob die eigene Webseite nun Schriftarten von Google-Servern nachlädt. Vielen Webseitenbetreibern ist gar nicht bewusst, dass sie Google Fonts nutzen. Die meisten Themes bieten zwar die komfortable Möglichkeit an, zwischen dutzenden oder hunderten verschiedener Schriftarten zu wählen, dass diese dadurch aber bei jedem Aufruf die IP-Adresse der Webseitenbesucher an Google übermittelt wird, steht nicht dabei.

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Es gibt zwei praktische Möglichkeiten, zu prüfen, ob eine Webseite Google Fonts von den Google Server lädt.

Entweder mit einem Onlinetool, oder direkt im Webbrowser mit den Entwicklertools. Ich empfehle in jedem Fall Methode 2 zu nutzen. Bei einem Onlinechecker bekommst du nur die Antwort Ja/Nein und siehst nicht, was die Website tatsächlich macht. Stattdessen musst du dich darauf verlassen, dass das Tool korrekt arbeitet.

Ganz wichtig: Egal welche Methode du nutzt, prüfe mehrere Seiten, nicht nur die Startseite. Nicht immer werden alle Schriftarten auch auf allen Seiten eingesetzt.

Methode 1: Mit Onlinetool prüfen, ob Google Fonts eingesetzt werden

Onlinetools sind eine schnelle und einfache Methode um zu prüfen, ob eine Seite Schriften von Google nachlädt. Allerdings hast du keinen Einblick wie das Tool arbeitet, sondern musst dich darauf verlassen, dass das Ergebnis passt.

Einen einfachen und empfehlenswerten Onlinedienst zur Prüfung auf Google Fonts bietet eRecht24 an, wo du auch Rechtstexte wie Datenschutzerklärung für deine Website* und vieles mehr bekommst um deine Website rechtssicher zu betreiben.

Zum kostenlosen Google-Fonts-Scanner von eRecht24

Methode 2: Mit Google Chrome detailliert prüfen, ob Seite Google Fonts nutzt

Mit den Entwicklertools, die alle gängigen Webbrowser mitbringen, kannst du einfach überprüfen, ob deine Webseite Google Fonts eingebunden hat.

Diese Methode hat den Vorteil, dass du schwarz auf weiß siehst, was deine Website an Ressourcen aus fremden Quellen einbindet. Bei einem Onlinetool bekommst du nur die Antwort Ja oder Nein und musst dich darauf verlassen, dass das Tool korrekt arbeitet.

Diese Anleitung basiert auf Google Chrome für den PC, da es mittlerweile der am häufigsten verwendete Webbrowser ist. Andere Browser haben ebenfalls Entwicklertools eingebaut, die die gewünschte Information liefern. Mobile Browser für Android oder iPhone/iPad verfügen nicht über die nötigen Entwicklertools. Mit diesen Schritten findest du heraus, ob deine Webseite Google Fonts benutzt.

  1. Öffne Google Chrome auf dem PC oder Mac und drücke die Tastenkombination [Strg]+[Umschalt]+[i] um die Entwicklertools zu öffnen.
    Alternativ: Öffne die Entwicklertools über Menü (drei Punkte) > Weitere Tools > Entwickler Tools
  2. Wähle in den Entwicklertools den Reiter „Netzwerk“.
  3. Klicke mit der rechten Maustaste auf eine der Spaltenüberschriften (z.B. Name, Status, Typ etc.) und klicke auf Domain, bzw. Domäne, damit diese Spalte angezeigt wird.
  4. Öffne nun deine Webseite, indem du ganz normal die Adresse in die Adressleiste eingibst.
    In den Entwicklertools werden jetzt alle Elemente der Webseite aufgelistet. Die Spalte „Domäne“ gibt an, von welcher Adresse das Element geladen wird. Alle Elemente, bei denen nicht deine Internetadresse steht, werden von einem fremden Dienst geladen.
  5. Wenn du in der Spalte Domäne den Eintrag fonts.googleapis.com oder fonts.gstatic.com findest, lädt deine Webseite Schriftarten von Google Servern.

In untenstehendem Beispiel wird beim Aufruf der Webseite die Schriftart Nunito Sans von den Google-Servern geladen.

Spalte Domain zu Google Chrome Entwicklertools hinzufügen
Spalte „Domain“ zu Entwicklertools hinzufügen
Entwicklertools herausfinden, ob Google Fonts geladen werden
In diesem Beispiel wird die Schriftart Nunito Sans von den Google Servern geladen

Schritt-für-Schritt prüfen, was Google Fonts in deine Webseite einbindet.

Wenn du die genannte URLs findest, solltest du tätig werden. Nicht immer ist es ganz einfach herauszufinden, wodurch die Google Fonts in die Webseite eingebunden werden. Dies kann das Theme der Webseite sein, ein Plugin oder Werbebanner.

  • Deaktiviere Google Fonts in deinem Theme, bzw. stelle auf Standardschriftarten wie Helvetica um.
  • Deaktiviere alle WordPress-Plugins.
  • Wenn du selbst Code in die Webseite eingefügt hast, entferne diesen.
  • Lade die Webseite in den Entwicklertools neu und prüfe, ob die Einträge für fonts.googleapis.com und fonts.gstatic.com verschwunden sind.
  • Wenn die Einträge noch vorhanden sind, aktiviere das Standardtheme Twenty-Twenty-Two
  • Aktiviere anschließend ein Plugin nach dem anderen. Lade jedes Mal deine Seite neu in den Entwicklertools um zu prüfen, wodurch die Google Fonts geladen werden.
  • Wenn du ein Caching-Plugin verwendest, aktiviere dieses erst zum Schluss.

Wenn du auf diese Weise nach dem Ausschlussprinzip herausgefunden hast, wodurch Google Fonts auf deiner Webseite eingebunden wird, kannst du dich entweder nach einer Alternative umsehen, oder versuchen die Einbindung im Quellcode zu entfernen. Beachte in diesem Fall aber, dass du die Änderung nach einem Update des betroffenen Plugins wieder erneut vornehmen musst.

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