Aktualisiert am 22. September 2022

Keine Webseite kommt ohne Bilder und Grafiken aus. Da niemand für jeden Zweck das passende selbst fotografierte Bild zur Verfügung hat, wird oft auf Bilddatenbanken zurückgegriffen, die eine schier endlose Anzahl an Bildern zur Verfügung stellen.

In der Regel ist die Verwendung dieser Bilder kostenpflichtig und an konkrete Lizenzbedingungen geknüpft. Doch es gibt auch eine Vielzahl an Bilddatenbanken, die kostenlose Bilder zur Verwendung auf der eigenen Webseite oder auf dem Social Media Account zur Verfügung stellen.

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Auch die kostenlosen Angebote sind in der Regel serös und völlig legal. Allerdings gibt es einige Dinge, auf die man achten muss, wenn man fremde Bilder auf der eigenen Webseite einsetzt. Werden diese nicht beachtet, kann es schnell zu Abmahnungen und Schadenersatzforderungen kommen.

Dieser Beitrag enthält das Ergebnis meiner Recherchen und meine eigenen Erfahrungen. Quellen sind im und unter dem Beitrag angegeben. Er soll dir Übersicht und einen Einstieg zum Thema geben. Ich bin jedoch kein Anwalt und die Rechtslage kann sich jederzeit ändern, dann sind meine Ausführungen eventuell veraltet. Für eine verbindliche Auskunft zur Verwendung fremder Bilder und der aktuellen Rechtslage frage bitte einen Anwalt oder eine Anwältin.

Kostenlos und „lizenzfrei“ heißt nicht ohne Bedingungen

Auch wenn Bilder kostenlos zur Verfügung gestellt werden, heißt dies nicht, dass diese ohne Einschränkungen überall verwendet werden dürfen.

Grundsätzlich unterliegen alle Bilder dem Urheberrecht. Und fast immer unterliegen sie auch einer Lizenz. Zumindest dann, wenn man das Bild aus einer Bilddatenbank bezieht.

Was bedeutet „lizenzfreie Bilder“?

Häufig werden Bilder auch „lizenzfrei“ angeboten. Das ist eine (meiner Meinung nach) höchst missverständliche Übersetzung des englischen Begriffs „royalty free“.

Dies bedeutet lediglich, dass keine Einzellizenzen für mehrmalige und unterschiedliche Nutzung benötigt wird. Stattdessen ist das Bild entweder kostenlos, oder kann gegen eine Einmalzahlung auf der Webseite, Social Media etc. genutzt werden, ohne dass jedes Mal eine Lizenzgebühr entrichtet werden muss.

Sogenannte lizenzfreien Bilder unterliegen also sehr wohl einer Lizenz, die man bei der Verwendung der Bilder beachten muss. Gemeint ist in der Regel eine Art Flatrate-Lizenz. Einmal bezahlen und für immer und beliebig häufig verwenden. Aber zu den vorgegebenen Bedingungen.

Urheberrecht und Lizenzbedingungen beachten. Auch bei kostenlosen und „lizenzfreien“ Bildern

Wenn man fremde Bilder verwendet, gibt es grundsätzlich zwei Dinge zu beachten. Das Urheberrecht und die Lizenzbestimmungen.

Urheber eines Bildes haben grundsätzlich das Nutzungsrecht an ihren Werken. Veröffentlicht man ein Werk einer anderen Person auf seiner Webseite, darf dies nur mit Zustimmung des Urhebers bzw. der Urheberin erfolgen. Außerdem haben diese das Recht auf Anerkennung ihrer Urheberschaft am Werk. Das bedeutet, wenn nicht ausdrücklich etwas anderes abgesprochen ist, muss der Name des Urhebers am Bild genannt werden. Und zwar in der Form, die dieser bestimmt.

Die Lizenzbestimmungen regeln weitere Details. Unterliegt das Bild keiner Lizenz, beispielsweise weil man ein Bild von einem Fotografen oder einer Fotografin direkt erhalten hat, sollte man diese Details absprechen und schriftlich festhalten.

Beispielsweise wo und wie oft ein Bild verwendet werden darf, oder ob und in welchem Umfang ein Bild bearbeitet werden darf.

Die Lizenz legt beispielsweise fest, dass ein Bild zwar beschnitten, aber nicht anderweitig verändert werden darf. Es darf also z.B. nicht Teil einer Collage oder eines Logos werden. Auch legt die Lizenz fest, ob das Bild beispielsweise nur auf der eigenen Webseite, oder auch auf Social Media oder in Printprodukten genutzt werden darf. Beispielsweise für Flyer.

Beachtet man die Vorgaben des Urheberrechts und die Lizenzbestimmungen nicht 100%ig, kann man sich schadenersatzpflichtig machen.

Fallstricke beim Verwenden fremder Bilder

Wenn du fremde Bilder verwendest, musst du also die Vorgaben des Urheberrechtsgesetzes beachten (Erlaubnis zur Verwendung und Angabe des Urhebers) sowie die Lizenzbedingungen des Bildes (wo und wie darf das Bild verwendet und bearbeitet werden).

Leider lauern hier einige Fallstricke. Und selbst wenn du die Bedingungen kennst und einhältst, kann dir durch kleine Unachtsamkeiten eine Abmahnung ins Haus flattern.

Dies ist beispielsweise Christoph von „Linux und Ich“ vor einigen Jahren passiert [linuxundich.de: Zeitbombe Abmahnung bei der Verwendung von Creative Commons]. Durch eine Unachtsamkeit bei der Anpassung des WordPress-Themes wurde die Urhebernennung nicht mehr angezeigt. Prompt erreichte ihn eine Abmahnung über 1600 € Schadenersatz und 600 € Anwaltskosten. Wer selbst hin und wieder Anpassungen an seiner Webseite vornimmt, weiß, wie leicht solche Fehler passieren können.

Hinzu kommt die Vielzahl an unterschiedlichen Lizenzen, die es gibt. Und jede kann die Art und Weise wie Urheber, Bilddatenbank und Lizenz genannt werden müssen unterschiedlich regeln. Dies gilt insbesondere für Creative Commons Lizenzen. Hier muss nicht nur darauf geachtet werden, unter welcher Lizenz das Bild steht (CC BY, CC BY-SA, CC BY-NC usw.), sondern auch noch welche Version der Lizenz verwendet wird. Denn die Urhebernennung unterscheidet sich von Version zu Version. Dieses Chaos wurde in der Vergangenheit wiederholt genutzt, um umstrittene Abmahnungen zu verschicken [anwaltsauskunft.de: Probleme bei kosten­losen Bildern im Internet].

Gefahren bei kostenlosen Bilddatenbanken

Zu den teilweise verwirrenden Lizenzbedingungen kommt bei kostenlosen Bilddatenbanken ein weiteres Problem.

Jeder kann dort Bilder hochladen und als seine eigenen ausgeben. Eine Garantie dafür, dass man das Bild wirklich nutzen darf, bekommt man von den kostenlosen Datenbanken nicht.

Sind Personen auf dem Bild abgebildet, kann sich ein weiteres Problem ergeben. Wenn ein Foto nicht ausschließlich privat verwendet wird, muss die abgebildete Person der Verwendung zustimmen. Professionelle Fotografinnen und Fotografen schließen dafür Modelverträge mit den abgebildeten Personen ab, die die spätere Verwendung des Bildes regeln. Auch hier muss man bei den kostenlosen Bilddatenbanken darauf vertrauen, dass die abgebildete Person der Verwendung zugestimmt hat.

Wenn du kostenlose fremde Bilder für deine Webseite verwendest, solltest du insbesondere darauf achten, ob der Fotograf/die Fotografin vertrauenswürdig ist.

Ein Hinweis darauf kann beispielsweise sein, ob diese ihren richtigen Namen nennen, oder unter Pseudonym unterwegs sind. Auch die Anzahl der freigegebenen Bilder kann ein Hinweise sein und auch, wie lange die Person schon auf der Plattform aktiv ist. Hat jemand hunderte Bilder zur Verwendung freigegeben und ist seit Jahren auf der Plattform aktiv, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Person seriös ist und die Bilder gefahrlos verwendet werden können.

Darauf musst du achten, wenn du fremde Bilder auf deiner Webseite einsetzt

Ich möchte mit diesem Artikel keine Panik schüren, sondern dafür sensibilisieren, wie wichtig die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben bei der Verwendung fremder Bilder ist. Denn wenn diese nicht eingehalten werden, auch wenn es nur aus Versehen ist, kann es schnell zu teuren Abmahnungen und Schadenersatzforderungen kommen.

Im Zweifel musst du nachweisen können, dass du berechtigt bist, das Bild zu nutzen.

Wenn du Bilder in deinen Projekten verwendest, solltest du unbedingt auf folgendes achten.

Dokumentiere die Genehmigung zur Verwendung.
Beispielsweise als Screenshot mit Datumsangabe, der das Bild und die Lizenzbedingungen zeigt.

Nenne den Urheber/die Urheberin in der geforderten Form. Wenn dieser auf die Nennung verzichtet, dokumentiere dies.

Lies dir die Lizenzbestimmungen genau durch.
Wie muss die Urheberangabe aussehen und wo muss sie stehen? Wo darf das Bild verwendet werden und darf es bearbeitet werden? Auch das Ändern des Formats oder das Beschneiden ist bereits eine Bearbeitung.

Kostenpflichtige Bilddatenbanken garantieren dir in der Regel, dass sie dir ein Nutzungsrecht verkaufen dürfen und dass abgebildete Personen der Nutzung zugestimmt haben. Sollte dies trotzdem nicht der Fall sein, haften sie bis zu einem bestimmten Betrag. Diese Details sind in den Nutzungsbedingungen oder AGB geregelt, welche man sich ebenfalls durchlesen sollte.

Kostenlose Bilddatenbanken garantieren nichts und haften auch nicht. Daher sollte man bei der Verwendung von kostenlosen Bildern die Vertrauenswürdigkeit des Uploaders auf die oben genannten Punkte prüfen.

Wenn du all diese Punkte beachtest, kannst du auch kostenlose Bilder recht gefahrlos verwenden.

Mir ist das jedoch mit der Zeit zu aufwendig und nervig geworden. Wirklich sicher bist du nur, wenn du dein eigenes Bildmaterial verwendest. In diesem Fall liegt das Urheberrecht bei dir und du kannst selbst bestimmen, wie du das Bild verwendest.

Wenn ich unterwegs bin, halte ich nach Fotomotiven Ausschau, die ich eventuell für einen Blogbeitrag oder Social Media Beitrag einmal gebrauchen könnten. Das können Motive wie überquellende Mülleimer, ein Stoppschild, eine rote oder grüne Ampel etc. sein.

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Bilder solcher Motive sammle ich seit einigen Jahren, um auf fremdes Bildmaterial verzichten zu können. Eventuell ist das verwendete Bild dann nicht ganz so hochwertig wie das eines professionellen Fotografen. Dafür vermeide ich rechtliche Fallstricke und ich habe Spaß daran, mit offenen Augen für Motive durch die Gegend zu laufen.


Quellen:
medienrecht-urheberrecht.de
haendlerbund.de
urheberrecht.de

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