In einer aktiv betriebenen WordPress Website steckt viel Arbeit, daher ist es wichtig, diese durch ein Backup zu Schützen. Ein Backup schützt insbesondere vor zwei Fällen.

  • Probleme mit der Seite. Beispielsweise durch eine falsche Konfiguration, das versehentliche Löschen von wichtigen Dateien oder durch das Installieren eines problematischen Plugins.
  • Probleme mit dem Hoster. Auch beim Webhoster kann es zu Problemen und Datenverlust kommen. Immerhin sind schon ganze Rechenzentren abgebrannt.

Um sich vor solchen Probleme zu schützen, sollte man immer selbst ein Backup seiner Website machen und dieses nicht beim selben Hoster speichern.

Außerdem muss ein Backup regelmäßig und automatisch laufen. Zu groß ist ansonsten die Gefahr, dass nicht regelmäßig Backups gemacht werden.

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Man sollte regelmäßig prüfen, ob die Backups vollständig und in Ordnung sind. Also testen, ob die Dateien lesbar sind und im Zweifel wieder eingespielt werden können.

Backupmethoden für WordPress

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Sicherungen für WordPress zu erstellen. Je mehr Inhalte die Seite hat und je wichtiger diese sind, desto sinnvoller ist es, mehrere Backupmethoden zu kombinieren.

SicherungsartFunktionHinweise
ManuellDateien werden manuell heruntergeladen. Eine Sicherung der Datenbank wird beispielsweise in PHPMyAdmin manuell erstelltAufwändig, nicht automatisierbar, nicht für regelmäßige Sicherung geeignet. Sinnvoll um Snapshots der Website zu sichern.
HosterDer Webhoster nimmt regelmäßig Sicherungen vor. Viele Hoster gewähren Kundinnen und Kunden jedoch keinen Zugriff auf diese SicherungenSehr zuverlässig. Schützt nicht bei Problemen mit dem Hoster. Sinnvoll in Kombination mit einer anderen Sicherungsart.
PluginEin WordPress Plugin dass Dateien und Datenbankinhalt Sehr flexibel. Backup zu vielen Cloudspeicherdiensten möglich. Bei großen Installationen nicht immer zuverlässig, da Skriptlaufzeit oft nicht ausreicht.
Externer DienstEin externer Dienst erhält Zugriff auf WordPress und zieht die Daten zu sich.Sehr zuverlässig, da nicht durch Laufzeit von PHP-Skripten begrenzt. Nachteil: Relativ teuer, externer Dienst bekommt Zugriff auf die WordPress Installation.

Für kleine und mittlere Seiten ist eine Sicherung mittels WordPress-Plugin immer sinnvoll, denn ein WordPress Back up mittels Plugin ist:

  • Einfach einzurichten durch benutzerfreundliche Oberfläche.
  • Viele Speicheranbieter zur Auswahl (Google Drive, Dropbox, FPT uvm.)
  • Kostenlose Optionen vorhanden.
  • Auf Wunsch erweiterbar durch kostenpflichtige Pro-Versionen
  • Gute Zuverlässigkeit bei kleinen und mittleren Seiten.

Die Sicherung mittels Plugin sollte man durch eine zweite Sicherungsart ergänzen. Beispielsweise indem man regelmäßig eine manuelle Sicherung seiner WordPress Installation vornimmt.

Beide Sicherungen sollten an unterschiedlichen Orten gespeichert werden. In keinem Fall jedoch, sollte eine Sicherung auf demselben Webserver liegen, auf dem auch WordPress installiert ist.

Kostenlose Plugins für WordPress Backup

Es gibt eine Vielzahl an kostenlosen und kostenpflichtigen Plugins, mit denen man seine WordPress-Installation sichern kann.

Zwei WordPress Plugins für Backup, die ich selber einsetzte und für sehr zuverlässig halte sind:

  • BackWPup
  • UpdraftPlus

Bei beiden handelt es sich um zuverlässige WordPress Backup Plugins, von denen es jeweils eine kostenlose Version gibt. Für viele Fälle reicht die kostenlose Version bereits aus. Beide Plugins können in der kostenlosen Version die WordPress Dateien und die Datenbank automatisch in regelmäßigen Abständen sichern und zu verschiedenen Clouddiensten hochladen.

UpdraftPlus ermöglicht auch das direkte Wiederherstellen von Backups über die WordPress-Oberfläche in der kostenlosen Version. Bei BackWPup ist das nur in der kostenpflichtigen Version möglich.

Bei der kostenlosen Version von BackWPup müssen Backups manuell wiederhergestellt werden, das bedeutet, dass die Dateien mittels FTP Programm hochgeladen werden müssen und die Datenbanksicherung über die Webseite des Hosters eingespielt werden muss. Da Backups nur selten wiederhergestellt werden müssen, sehe ich dies jedoch nicht als großen Nachteil.

Beide Programme erstellen in der kostenlosen Version nur unverschlüsselte Backups. Wer seine Sicherungen verschlüsseln möchte, muss die Pro-Versionen kaufen.

Sowohl BackWPup als auch UpdraftPlus sind zuverlässig und empfehlenswert. Sowohl in der kostenlosen, als auch in der kostenpflichtigen Version.

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Wenn du die kostenlose Version nutzen möchtest, würde ich die Entscheidung von den unterstützten Speicheranbietern abhängig machen.

UpdraftPlus unterstützt in der kostenlosen Version die Sicherung zu Google Drive, das 15 GB kostenlosen Cloudspeicher anbietet, was für viele Seiten sicher ausreichend ist. Zusätzlicher Speicherplatz ist außerdem sehr günstig, beispielsweise 100 GB für 1,99€/Monat.

Gegenüber der kostenlosen Version von BackWPup hat die kostenlose Version von UpdraftPlus allerdings auch Nachteile. Beispielsweise, wenn du auf einen FTP-Server sichern willst. Denn UpdraftPlus unterstützt in der kostenlosen Version nur unverschlüsselte Verbindungen zu FTP-Servern, was in der Praxis nicht genutzt werden sollte, da die Zugangsdaten ungeschützt über das Internet übertragen werden.

BackWPup unterstützt jedoch auch in der kostenlosen Version die verschlüsselte Verbindung mit einem FTP-Server.

Datenschutzhinweis zum Backup auf Google Drive

Abhängig davon, was du für eine Seite hast, kann dein Backup personenbezogene Daten in der Datenbank enthalten. Beispielsweise E-Mail-Adressen von Menschen, die Kommentare geschrieben haben.

Google ist ein US-Anbieter und das Übertragen von personenbezogenen Daten in die USA ist seit DSGVO mindestens problematisch. Daher solltest du folgendes Vorgehen in Betracht ziehen.

  • Sorge dafür, dass dein Backup keine personenbezogenen Daten enthält. Beispielsweise dadurch, dass du das E-Mail-Feld bei den Kommentaren deaktivierst, keine IP-Adressen bei Kommentaren speicherst usw.
  • Oder: Verwende die kostenpflichtige Version von UpdraftPlus, um das Backup zu verschlüsseln, damit weder Google noch US-Dienste Zugriff haben.
  • Oder: Sichere zu einem deutschen Anbieter. Beispielsweise mit der kostenlosen Version von BackWPup via FTP zu einer Hetzner Storage Box, wo du für weniger als 4€/Monat bereits 1 TB Speicherplatz bekommst.

Komplett kostenloses WordPress Backup

Wenn dir 15 GB Speicherplatz ausreichen, kannst du mit der Kombination UpdraftPlus und Google Drive komplett kostenlose und automatisierte Backups deiner Seite erstellen.

  1. Wenn noch nicht vorhanden lege einen Google-Account unter https://accounts.google.com an.
  2. Logge dich auf deiner WordPress Seite ein und klicke in der Menüleiste auf Plugins > installieren
  3. Suche nach „UpdraftPlus WordPress Backup Plugin“, installiere und aktiviere das Plugin.
  4. Öffne die Backup-Einstellungen über die Seitenleiste Einstellungen > UpdraftPlus Sicherungen.
  5. Klicke bei den Speicheroptionen auf das Google-Drive-Icon und verbinde dich mit deinem Google-Drive Account.
  6. Um die Einstellungen zu übernehmen, klicke ganz unten auf der Seite auf „Änderungen speichern„.
  7. Wähle im oberen Bereich aus, wie oft WordPress gesichert werden soll und wie viele Sicherungen aufbewahrt werden sollen, abhängig davon, wie oft sich die Inhalte auf deiner Seite ändern. Beispielsweise Datenbank täglich, Dateien wöchentlich.
  8. Optional: Passe weitere Optionen an.
  9. Klicke erneut ganz unten auf der Seite auf „Änderungen speichern„.
  10. Klicke jetzt ganz oben auf den ReiterSicherung / Wiederherstellung“ und auf den Button „Jetzt sichern„, um ein erstes Backup zu erstellen. Achte darauf, dass der Haken „Sende diese Sicherung zum Remote-Speicher“ aktiviert ist.
  11. Prüfe regelmäßig, ob die Sicherungen automatisch erstellt und zu Google Drive geladen wurden und ob dein Google Drive Speicherplatz ausreicht.

UpdraftPlus Backup wiederherstellen

Es gibt zwei Situationen, in denen du ein Backup wiederherstellen musst.

Im ersten Fall funktioniert deine WordPress Installation noch, du hast jedoch eine falsche Konfiguration vorgenommen oder wichtige Dateien gelöscht und willst deine Website auf eine frühere Version zurücksetzen. In diesem Fall kannst du die Sicherung direkt über das WordPress-Backend und UpdraftPlus wieder einspielen.

Im zweiten Fall ist deine WordPress-Installation defekt. Beispielsweise durch einen Hackerangriff oder weil der Hoster Probleme hatte. In diesem Fall musst du das Backup manuell wieder einspielen. Eventuell sogar bei einem anderen Webhoster.

Option 1: Backup über UpdraftPlus wieder einspielen

Dies ist der einfache Fall. Deine WordPress Installation funktioniert noch und du kannst dich einloggen. Dann kannst du mit wenigen Klicks eine frühere Version deiner Website wiederherstellen.

  1. Logge dich auf deiner WordPress Seite ein.
  2. Klicke links in der Menüleiste auf Einstellungen > UpdraftPlus Sicherungen.
  3. Wähle unten auf der Seite eine Sicherung und klicke auf „Wiederherstellen„.
  4. Wähle im nächsten Schritt aus, welche Teile der Website wiederhergestellt werden sollen. Deine Texte und Einstellungen sind in der Datenbank gespeichert.
  5. Klicke auf Weiter. Der Assistent spielt das Backup nun automatisch ein und stellt die frühere Version deiner Seite wieder her.

Option 2: Backup manuell wieder einspielen

Wenn deine Website nicht mehr existiert oder defekt ist, musst du ein komplettes Backup manuell einspielen. Auf diese Weise kannst du übrigens deine WordPress-Seite zu einem anderen Anbieter umziehen.

Diese Methode funktioniert auch, wenn du ein manuelles Backup erstellt hast, oder wenn du ein Backup mit einem anderen Plugin erstellt hast.

Das manuelle Einspielen des Backups besteht aus zwei Schritten. Dem Wiederherstellen der Dateien und dem Wiederherstellen der Datenbank.

Passend zur Installationsanleitung WordPress installieren – 7 Schritte Anleitung + Bilder basiert auch diese Anleitung auf dem Webhoster Webgo. Der Ablauf bei anderen Hostern ist jedoch identisch, lediglich die Webseiten sehen anders aus.

WordPress Datenbank manuell wiederherstellen

Genau wie Webgo verwenden die meisten Webhoster das Tool phpMyAdmin. Wenn du einen anderen Anbieter nutzt, suche dort nach phpMyAdmin oder einem alternativen Tool zum Verwalten der Datenbank.

Häufig ist die Dateigröße zum Upload limitiert, beispielsweise auf 50 MB oder 150 MB. Wenn deine komprimierte Datenbank größer ist erscheint eine Fehlermeldung und der Import schlägt fehl. In diesem Fall musst du dich an den Support wenden um das Datenbank-Backup einzuspielen.

  • Logge dich auf der Website von Google Drive ein und wechsle in den Ordner „UpdraftPlus“. Hier findest du die Backups deiner Website.
  • Lade die Datei herunter, die auf -db.gz endet.
  • Logge dich im Webgo Account ein und klicke auf „webgo Webspace-Admin
  • Klicke links in der Menüleiste auf Datenbanken > phpMyAdmin.
  • Du benötigst nun die Logindaten für die Datenbank, die du auch bei der WordPress Installation angegeben hast. Wenn diese nicht mehr vorliegen, erstelle eine neue Datenbank mit neuen Zugangsdaten.
  • Klicke links in phpMyAdmin auf den Namen der Datenbank.
  • Optional: Wenn noch alte Daten in der Datenbank vorhanden sind, lösche diese. Markiere im rechten Fensterbereich alle Kästchen und wähle anschließend im Dropdown-Menü „Löschen„.
    Alte Daten mit phpMyAdmin löschen
  • Klicke oben in der Menüleiste auf „Importieren
  • Klicke auf den Button „Datei auswählen“ und gib die heruntergeladene GZ-Datei aus dem Backup an.
  • Mit dem Button „OK“ werden die Daten in die Datenbank importiert. Dies kann eine Weile dauern, je nach Größe der Datenbank. Anschließend sind die WordPress Daten in die neue Datenbank eingespielt.
Datenbank erfolgreich in phpMyAdmin importiert.

WordPress Dateien manuell wiederherstellen

Im nächsten Schritt muss man nun die Dateien aus dem WordPress Backup einspielen.

Im Gegensatz zu einer manuellen Sicherung der WordPress Dateien oder zu einer Sicherung mit BackWPup, sichert UpdraftPlus in der kostenlosen Version nur die Nutzerdaten, also hochgeladene Bilder, Plugins usw.

Das bedeutet einerseits, dass auch die Konfigurationsdatei mit den Zugangsdaten zur Datenbank nicht gesichert wird und außerdem die eigentlichen WordPress-Systemdaten von WordPress neu heruntergeladen werden müssen.

Wenn du ein manuelles Backup hast, oder eine Sicherung mit BackWPup, lade alle Dateien aus dem Backup in das Verzeichnis mit deinem Domainnamen. Wenn du ein manuelles Backup bei einem anderen Hoster einspielst, musst du die Datei wp-config.php anpassen, wie ab Schritt 8 beschrieben.

  1. Gehe auf https://de.wordpress.org/download, lade WordPress herunter und entpacke die ZIP-Datei.
  2. Verbinde dich mit FileZilla oder einem anderen FTP-Programm mit dem FTP-Server.
  3. Wechsle in das Verzeichnis mit deinem Domainnamen.
  4. Lade alle Dateien im WordPress-Verzeichnis auf den Server, wie bei der Installation von WordPress.
  5. Logge dich bei Google Drive ein und wechsle in das Verzeichnis UpdraftPlus.
  6. Lade alle ZIP-Dateien auf deinen Computer herunter und entpacke sie.
    UpdraftPlus Sicherung aus Google Drive herunterladen
  7. Lade den Inhalt der entpackten Sicherungen mit FileZilla in das Verzeichnis wp-content. Überschreibe eventuell bereits vorhandene Dateien.
    Backup Files Upload mit FileZilla
  8. Öffne in den heruntergeladenen Original-WordPress-Dateien die Datei wp-config-sample.php in einem Texteditor wie Notepad++ oder Brackets (kein Textbearbeitungsprogramm wie Word).
    Wenn du die dieselbe Datenbank verwendest und eine Sicherung der originalen wp-config.php Datei hast, überspringe die Schritte 8-12
  9. Ergänze deinen Datenbanknamen, den Datenbankuser und das Datenbankpasswort an den entsprechenden Stellen
    Datenbank Zugangsdaten in wp-config.php Datei eingeben
  10. Gehe auf die Webseite https://api.wordpress.org/secret-key/1.1/salt/, kopiere den generierten Code und füge ihn an der entsprechenden Stelle im Texteditor ein.
  11. Passe weiter unten in der Datei das Tabellenpräfix an. Wenn du nicht mehr weißt, wie dieser lautet, kannst du in phpMyAdmin nachschauen.
    Salt und Präfix in wp-config.php anpassen
  12. Speichere die Datei unter dem Namen wp-config.php auf deinem Computer ab.
  13. Lade die neu erstellte Datei wp-config.php mit FileZilla in das oberste Verzeichnis deiner WordPress-Installation auf dem Server. Dort, wo auch die Dateien license.txt oder liesmich.html liegen.
    Upload wp-config.php über FTP
  14. Damit ist das Backup fertig eingespielt. Du kannst deine Webseite nun im Browser aufrufen.

Mögliche Fehlermeldungen

Fehler beim Aufbau der Datenbankverbindung

  • Prüfe, ob Datenbankname, Datenbankuser und Passwort in der wp-config.php korrekt sind und zur verwendeten Datenbank passen.
  • Prüfe, ob dein Hoster „localhost“ für den Server verwendet. Eventuell liegt die Datenbank bei deinem Hoster auf einem anderen Server. Dann musst du localhost durch eine IP-Adresse und einen Port ändern. Beispielsweise etwas wie „188.68.49.365:3306“.
  • Prüfe, ob die wp-config.php in das richtige Verzeichnis hochgeladen wurde.

Beim Aufruf kommt der WordPress Installationsassistent

Eine Verbindung mit der Datenbank wurde hergestellt, aber die alten Daten wurden nicht gefunden.

  • Prüfe, ob in der Datei wp-config.php das korrekte Datenbankpräfix eingetragen wurde.
  • Prüfe in phpMyAdmin, ob die alten Daten importiert wurden. Eventuell ist die Datenbank leer.

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